Historischer Stadtrundgang - Ribe auf eigene Faust
Ribe auf eigene Faust. Ca. 2 Stunden
Erleben Sie Mittelalter, Reformation und Nachreformation
Ca. Jahre 1000 – 1700
Ein Rundgang durch die älteste Stadt Dänemarks, ist wie ein Reise durch Dänemarks Geschichte. Die Geschichte von Ribe lässt sich bis vor der Wikingerzeit zurückverfolgen, etwa um das Jahr 700 (Nordische Wikingerzeit etwa 800 – 1100). Dieser Rundgang beschäftigt sich aber hauptsächlich mit Ribe im Mittelalter, während der Reformation und der Renaissance – vor allem die Jahre 1100 – 1700.
Ribe ist die besterhaltene Mittelalterstadt in Dänemark, also gibt es genug zu erleben. Dieser Rundgang hat nur einen Teil der Erlebnisse anzubieten. Der Rundgang beginnt am Danhostel Ribe.
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Viel Vergnügen!
![]() Danhostel Ribe und die Kopfwiese |
Vom Danhostel Ribe aus gehen Sie nach rechts und kommen zuerst an der Kopfwiese vorbei, die ihren Namen daher hat, dass man hier an der Hafeneinfahrt der Stadt die abgeschlagenen Häupter der Seeräuber zur Abschreckung anderer auf Stangen spieβte. Lesen Sie die Geschichte hier
![]() Giebelhaus Overdammen 1 |
Sie gehen über die Brücke und erreichen die Hauptstrasse der Stadt aus dem 13. Jahrhundert. Heute ist sie Fussgängerzone. Die Strasse ist heute – wie damals – die Hauptstrasse der Stadt.
![]() Fiskergade |
Gehen Sie nach rechts und dann die zweite Straβe auf der rechten Seite hinunter, die Fiskergade, eine von Ribes schönen alten Straβen.
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Sie kommen an einigen sehr engen Straβen vorbei, die „slipper“ (dt. Gässchen) heiβen. Davon gibt es in der Stadt richtig viele. Im Mittelalter gab es keine Dachrinnen, stattdessen lief das Wasser von den Dächern hinunter ins Gässchen.
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An mehreren Straβenecken der kleinen Gassen steht ein Stein, der die Hausmauer vor Beschädigungen schützte, wenn die von Pferden gezogenen Fahrzeuge mit eisenbeschlagenen Rädern um die Ecke bogen. Sehen Sie sich u.a. einen solchen Stein an der Ecke Fiskergade Nr. 5 an. Dieses Haus von ca. 1540 war einmal ein Wirtshaus und hat auch einen Stein an der Eingangstür, als Hilfe für die Wirtshausgäste, die zu tief in den Becher geschaut hatten. Von dem Stein aus konnten sie sich leichter auf ihr Pferd hinauf ”wälzen”, wenn sie vom Wirtshaus nach Hause wollten.
![]() Grønnegade 12 |
Gehen Sie die Grønnegade ein Stück zurück zur Nr. 12. Dies ist Ribes zweitältestes Fachwerkhaus von ca. 1530 (die Fassade ist von ca.1800).
Die Grønnegade erhielt ihren Namen von Kaufleuten aus Groningen in Holland. Ribe war früher Dänemarks Tor zum Westen. Hier – und in der Stadt Kolding – wurde Vieh und andere Waren verzollt, bevor sie ausgeschifft oder über Land transportiert wurden. Die Stadt war deshalb sehr international und zog Kaufleute und Händler aus aller Welt an.
Die Grønnegade war einer der wichtigsten Straßen der Stadt, weil sie vom Schloss des Königs, Riberhus, zum Riber Dom führte.
![]() Königin Dagmar |
Kehren Sie wieder um. Jetzt geht es ans Ende der Grønnegade und hinaus zur Riberhus Slotsbanke mit einer Statue der Königin Dagmar. Diese war mit König Waldemar dem Sieger verheiratet und starb 1212 auf Riberhus, nur 7 Jahre nach ihrer Ankunft in Dänemark. Königin Dagmar erlangte in ihrem kurzen Leben groβe Beliebtheit bei den Dänen, und es wurden mehrere Volkslieder über sie und König Waldemar verfasst. Das bekannteste, ”Der Tod von Königin Dagmar”, wird jeden Tag 12 und 15 Uhr vom Glockenspiel des Doms gespielt. Das Schmuckstück ”Dagmarkreuz” wurde nach Königin Dagmar benannt.
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Gehen Sie zurück durch Skibbroen, den Hafen von Ribe. Schauen Sie sich die Sturmflutsäule mit den Markierungen der Sturmfluten an, die Ribe im Laufe der Zeit überschwemmt haben. Der obere Ring – 6,10 Meter über dem Normalpegel – zeigt die Sturmflut an, bei der 1634 mehrere Tausend Menschen ertranken. Diese Sturmflut wird das groβe Menschenertrinken genannt. Noch 1976 mussten gefährdete Gebäude während einer Sturmflut evakuiert werden, aber obwohl es groβe Sturmfluten gegeben hat, sind keine gröβeren Schäden passiert, seitdem 1912 die Ribener Deiche von Vester Vedsted im Süden bis Tjæreborg im Norden errichtet wurden. Skibbroen Nr. 19 hat ein Brett mit Markierungen mehrerer dieser Sturmfluten angebracht.
![]() Johanne Dan |
Ein Stück weiter liegt der Ewer Johanne Dan. Ein Ewer ist ein flachbödiges Schiff, das speziell für die Seefahrt im Wattenmeer geeignet ist. Das Schiff kann bei Ebbe auf dem Grund stehen und weiter segeln, wenn Flut ist.
Wind und Wetter hatte eine große Bedeutung für den Rinderexport aus Ribe im Mittelalter. Diese Transporte konnten nur zu bestimmten Jahreszeiten stattfinden, wenn die Wetterverhältnisse stimmten. Deswegen stachen viele Schiffe oft in See am selben Tag im Frühjahr.
Der Hafen wird heutzutage nur von Segeljachten benutzt.
![]() Zunftschild Weis' Stube |
Kehren Sie zur Hauptstraβe (Overdammen) zurück, und biegen sie rechts ab. Kurz vor dem Marktplatz liegt Weis’ Stue von 1600. Es ist Dänemarks älteste Gastwirtschaft, da es ab 1704 Hotel gewesen ist und die jetzige Schankstube 1734 eingerichtet wurde. Über der Tür hängt eines der vielen Zunftschilder in Ribe. Es stellt natürlich eine Weintraube dar.
![]() Hotel Dagmar und Fremdenverkehrsamt |
Gehen Sie am Hotel Dagmar vorüber, das kurz nach dem groβen Stadtbrand im Jahr 1580 erbaut wurde. Hier wohnte der eine von Ribes damals zwei Bürgermeistern. Daneben liegt das groβe Steinhaus Porsborg (jetzt Fremdenverkehrsamt), das 1590 vom reichen Rinderexporteur Peder Baggesen erbaut wurde.
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Sie erreichen jetzt das Alte Rathaus (1496) auf von Støckens Platz in der Stenbogade. An den Türen können Sie Ribes Stadtwappen sehen - den Dom und 3 Königslöwen. Es war Dänemarks ältestes Rathaus bis 2007. 2007 wurde Ribe mit den Kommunen Esbjerg und Bramming zusammengelegt und heißt seitdem Esbjerg Kommune. Jezt sind die meisten Rathausfunktionen verlegt worden, offizielle Empfänge und standesamtliche Trauungen finden noch immer hier statt. (Z.B. wohnen des Öfteren Brautpaare aus Deutschland im Danhostel Ribe, die sich im Rathaus trauen lassen und ihre Flitterwochen in Ribe verbringen).
Im Rathaus befand sich auch das Schuldgefängnis der Stadt. Es ist jetzt als kleines Museum eingerichtet, das vom Riberret, dem Ribener Recht, berichtet. Ribes Rechtsregeln aus dem Mittelalter waren für ihre Strenge berüchtigt, und man kennt sie von diesen geflügelten Worten eines Weibes her, das sie sprach, als sie ihren Sohn am Galgen von Varde hängen sah: ”Danke Gott, mein Sohn, dass du nicht vors Riber Gericht gekommen bist.“ Das Museum beherbergt u.a. das Richtschwert und den Morgenstern des Nachtwächters.
![]() Ribes Storchennest |
Auf dem Rathausdach ist Ribes Storchennest. Wenn Sie zur richtigen Jahreszeit kommen, können Sie Glück haben und den Storch beim Eierausbrüten oder Füttern seiner Jungen im Nest sehen.
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Gehen Sie die Sønderportsgade entlang. An der Ecke Bispegade liegt das Haus, wo Schneider Laurids Spliid wohnte. Eine Tafel erinnert an seine Frau Maren Spliid, die der Hexerei angeklagt und am 9. November 1641 auf dem Galgenhügel verbrannt wurde.
![]() Der Dom zu Ribe und die Altstadt von der Herberge aus gesehen |
Sie gehen jetzt in Richtung Dom hinunter und werden entdecken, dass der Dom weit unter Straßenniveau liegt. Er wurde seinerzeit auf einer kleinen Binnenlanddüne ein paar Meter über Straßenniveau erbaut. Aufgrund jahrhundertelanger Anhäufung von u.a. Baumaterial hat sich die Umgebung gehoben. Vielleicht wurde diese Anhäufung aufgrund der Sturmflutgefahr bewusst geschaffen. Je höher die Stadt lag, desto kleiner war das Überschwemmungsrisiko. Der Dom zu Ribe ist die einzige 5-schiffige Kirche in Dänemark. Sein Bau wurde ca. 1150 begonnen und ca. 1250 abgeschlossen. Mindestens 2 dänische Könige liegen hier begraben, nämlich Erik Emune († 1137) und Christoffer 1 († 1259).
![]() Ribe Dom und Bürgerturm |
Lauschen Sie dem schönen Glockenspiel der Kirchen. Es spielt jeden Tag um 12 und 15 Uhr die Melodie von Königin Dagmar. 8 und 18 Uhr spielt es Brorsons Kirchenlied: Die lieblichste Rose ist gefunden.
Und gönnen Sie sich einen Abstecher in die Kirche und in den Bürgerturm hinauf.
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Vor der Kirche erblicken Sie in südöstlicher Richtung Kathoveddøren, die Katzenkopftür - ein irreführender Name, da der Türbeschlag einen Löwenkopf zeigt, der von 4 Echsen umgeben ist. Der Türbeschlag ist einer der ältesten Bronzebeschläge Dänemarks. Es heiβt, dass verfolgte Verbrecher, sobald sie es schafften, den Griff in die Hand zu nehmen, “unantastbar“ gewesen seien und ihre Verfolger ihnen nichts hätten anhaben können.
![]() Das Dreiecksrelief |
Das Dreiecksrelief über der Katzenkopftür ist Ribes gröβtes mittelalterliches Kunstwerk, angebracht im 13. Jh. - vielleicht von König Waldemar dem Sieger. Er und Königin Dagmar waren eng mit Ribe verbunden. Das Bild stellt vielleicht König Waldemar den Sieger dar, der Jungfrau Maria ein Kreuz reicht.
In einer anderen Interpretation ist der König im Bild Valdemar´s Sohn, König Christoffer I., der im Dom begraben wurde. Er hatte einen heftigen Konflikt mit der Kirche, bat aber um Vergebung auf dem Sterbebett – und bekam sie, damit er ein königliches Begräbnis und den Seegen der Kirche bekommen konnte.
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Am Haupteingang zum Dom steht eine Statue von Hans Tausen (1494 - 1561). Er war nach der Reformation Bischof in Ribe und wird als Hauptgestalt der dänischen Reformation betrachtet.
![]() Die alte Lateinschule |
Nehmen Sie die Treppe in die Skolegade(Schulstraße). Die Straße hat ihren Namen von der alten Lateinschule (Den gamle latinskole), die hier Anfang 1500 lag (Ecke Skolegade und Grydergade). Die Schule war damals in ganz Dänemark bekannt, war gut besucht und funktionierte als Schule bis 1856.
In diesem Gebäude ist übrigens Jakob A. Riis aufgewachsen. Er lebte als Journalist in den USA um 1900, und wurde für seinen Einsatz für bessere Lebensverhältnisse für Arme in New York bekannt, indem er die Slums in Artikel und Photos beschrieb. Präsident Roosevelt nannte ihn „Den nützlichsten Bürger Amerikas“. Am Haus hängt eine Gedenktafel für ihn und andere berühmte Persönlichkeiten, die diese Schule von 1500 bis 1856 besuchten. Sie haben vielleicht schon bemerkt, daß Ribe vieler solcher Gedenktafeln für berühmte Stadtkinder hat.
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Auf der linken Seite in Skolegade kommen Sie an einem roten Haus vorbei; Das Hans Tausens Haus ist gleichzeitig der letzte Rest eines alten bischöflichen Hauses. Rechts kommen Sie an Liljebjerget vorbei, wo Anders Sørensen Vedel(1542 – 1616) lebte. Er hat Saxos Kronik der Dänen übersetzt und hat die erste gedruckte Sammlung von Volksliedern in Dänemark und der Welt herausgebracht. Die Sammlung war ein Wunsch der Königin Sophie von Mecklenburg, die mit Frederik d. 2. verheiratet war und das Buch enthielt etwa 100 Volkslieder, u.a. das Liedchen von Königin Dagmar. Das Buch war unter dem Volk sehr beliebt und machte aus dem Volkslied Nationalliteratur.
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Sie kommen jetzt wieder zur Sønderportsgade. Die Straße war im Mittelalter einer der Hauptverkehrsadern in Ribe.
In der Straße liegen mehrere der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, u.a. liegen an der Ecke der Puggardsgade eine Reihe von Häusern etwa aus dem Jahr 1600. Einer der Häuser, Puggardsgade Nr. 2, hat mehrere interessante Geschichten zu erzählen. Ganz oben an der Dachtraufe sitzt an der Ecke ein Flaschenzug. Dieser Flaschenzug wurde früher vom Nachtwächter benutzt, wenn er die Straßenlanternen der Stadt anzünden sollte. Er nahm den Flaschenzug, um die Tranlampe an der Hausecke zu befestigen.
Man hat auch ein Holzdreieck als Dachstütze aufgesetzt. Sehen Sie sich auch diese Träger genauer an; Es wurde Knecht genannt. Auf die Knechten in Ribe sind verschiedene Muster. Das Muster hier wurde speziell in Ribe nach dem großen Stadtbrand 1580 angewandt und heiβt deswegen Ribeknecht.
(Sehen Sie unten mehr dazu). Auf den Trägern dieses Hauses sind Kreuze eingraviert. So versuchten die Bewohner des Hauses, sich vor Hexen zu schützen.
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Gehen Sie jetzt in die Puggårdsgade hinunter. Hier kommen Sie links am Tårnborg-Haus vorbei, das in den 1540ern vom Adelsmann Oluf Munk erbaut wurde. Seinen Namen erhielt es aufgrund des Treppenturms. Als der Kirchenliederdichter Brorson in Ribe Bischof war, wohnte er hier. Die beiden feinen, kleinen Fachwerkhäuser daneben wurden fast gleichzeitig mit dem Tårnborg-Haus erbaut. Sie werden Buden genannt und sind Ribes erste Reihenhäuser. Die Buden wurden von Kleinbürgern und Arbeitern bewohnt, die die Häuser von Reichen mieteten.
![]() Altes Gymnasium Ribe |
Weiter unten auf der rechten Straβenseite liegt Puggård. Heute ist hier das Gymnasium von Ribe. Das ist Dänemarks älteste noch in Gebrauch befindliche Schule. Sie wurde 1145 als Klosterschule gegründet und erhielt ihren Namen nach einer Stiftung für arme "puge", d.h. Schüler. Über der Tür steht Litteris et Artibus - was Latein ist und bedeutet: Für Wissenschaft und Kunst.
Der älteste Teil des Hauses ist das zackige Steinhaus auf der linken Seite, aus dem Jahre 1500.
Sie sind jetzt an den 3 guterhaltenen Steinhäuser aus dem Mittelalter in Ribe angekommen: Das alte Rathaus, Tårnborg und Puggård.
![]() Ribes kleinstes Haus |
Sie gehen links die Gravsgade weiter, wieder links die Hundegade und kommen rechts zur Klostergade. Nr. 26 ist Ribes kleinstes Haus und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es ist 26,5 m² und war 1930 von einer 9-köpfigen Familie bewohnt worden.
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Vor Sct. Catharinae Markt, gehen Sie das letzte Stück von der Badstuegade(Badehausstraße), die bis Mitte des 13. Jahrhunderts die Hauptstraße nach Ribe war. Die Straße führte auf der anderen Seite des jetzigen Marktplatzes zum Fluss, wo die Furt zur Wikingerstadt lag. In 1363 sorgte Bürgermeister Anders Bondesen dafür, daß ein Badehaus direkt am Fluss errichtet wurde, in dem die Bürger von Ribe 2 Mal im Jahr kostenlos baden konnten. Das Badehaus wurde im 17. Jahrhundert wieder geschlossen, als man anfing die Ansteckungsgefahr zu fürchten.
![]() St. Catharinae Kloster |
Sie befinden sich jetzt an der St.-Catharinae-Kirche und -Kloster, das 1228 von den Dominikaner-Bettelmönchen, in Dänemark Schwarzbrüder genannt, gegründet wurde. Zusammen mit dem Dom sind dies die einzigen Gebäude, die von sämtlichen mittelalterlichen Kirchen, Klöstern, Kapellen und Hospitälern Ribes noch erhalten sind. Die jetzige Kirche stammt aus der Zeit um das Jahr 1400 und ist die dritte an diesem Ort. Nach der Reformation 1536 wurde die Kirche Pfarrkirche, während die Klosterflügel als Hospital dienten. Das Kloster wurde nach der heiligen Katharina benannt, von der mitten auf dem Platz eine Statue steht. In ihrer Rechten hält sie ein Schwert, in der Linken ein Rad. St. Katharina war die Schutzheilige der Schwarzbrüder. Sie wurde im Jahre 307 n. Chr. gerädert und anschlieβend aufgrund ihres Glaubens enthauptet.
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Sie gehen die Sortebrødregade entlang und hinunter in die Kølholt Slippe. Hier hängen ein Feuerhaken und eine Leiter als Löschhilfen. Sie wurden nach dem groβen Brand 1580 angebracht, wo der gröβte Teil von Ribe brannte. 11 Straβen mit 213 Höfen und Häusern wurden in Schutt und Asche gelegt. Aufgrund der dicht aneinander gebauten Häuser mit Fachwerk, Strohdächern und offenen Feuerstellen waren Brände eine der gröβten Gefahren im Mittelalter. Eine der wichtigsten Aufgaben des Nachtwächters war es, Feuer im Auge zu behalten und Brände zu verhindern.
Das Gässchen endet direkt unten am Fluss. Hier führte früher eine Bohlenbrücke drüber. Es war die Wasch- und Toilettenbrücke der Stadt. Die Seite gegen die Strömung wurde zum Wäschewaschen verwendet – die andere Seite als Toilette.
![]() Ebbe Mogensens Giebelhaus und Ribe Guide |
An der Ecke von Sortebrødregade und Fuβgängerzone, Overdammen, liegt Ebbe Mogensens Giebelhaus von nach dem Brand 1580. Der Giebel zeigt zur Hauptstraβe der Stadt. Die Baugrundstücke waren in der Hauptstrasse teurer, am billigsten war es, nur den Giebel hier zu haben und das Haus im Übrigen dahinter zu bauen. Entlang der Hauptstrasse lagen die Giebelhäuser und Höfe der Kaufleute, so wie man es noch immer hier und in Mellemdammen 16 und 18 sowie Overdammen 1 und 8 sehen kann.
Das Haus ist innen wie auβen beinahe unverändert. Dies gilt allerdings nicht für die Hausfassade zur Hauptstraße. Es wurde nicht als „vornehm“ genug angesehen, nur ein Giebelhaus zur Hauptstraße zu haben, daher sind die meisten Giebel verändert worden und sehen jetzt aus wie Langhäuser.
Das Gebäude weiter oben, von der Hauptstraße weg, ist seit dem Bau fast unverändert. Betrachten Sie hier das Fachwerk. Das Holz im Fachwerk wurde von Holznägeln zusammengehalten. Diese Holzkonstruktion trug das Haus, und danach wurden die Öffnungen ausgefüllt, indem man sie z.B. zuerst mit geflochtenen Zweigen und anschlieβend mit Lehm verfüllte oder verputzte – oder mit Ziegeln
ausfüllte. Die reichsten Bauherren lieβen verschiedene Muster in die Ziegel machen. Im 1. Stock ist das Haus breiter. Man hat den Fuβbodenbalken zum Schutz vor herabsickernder Feuchtigkeit über die aufrecht stehenden Balken hinaus ragen lassen, damit diese nicht faulen.
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Sie befinden sich jetzt wieder in der Fuβgängerzone. Ribes und Dänemarks ältestes Fachwerkhaus kann man im Gebäude Nederdammen 31 sehen (das Fachwerk ist nur im Tor sichtbar). Das Haus wurde zwischen 1486 und 1489 erbaut.
Im Nederdammen am Det lille Ølhus (Bierhaus) liegt ein Stein im Fuβweg, wo einst Ribe Nørreport lag. Auf dem Stein steht: "Hier lag bis 1843 Ribe Nørreport. Innerhalb seiner Grenzen galt das Ribener Recht". Ribe war von groβen Wallanlagen mit Stadttoren umgeben, damit kontrolliert werden konnte, wer in die Stadt kam.
![]() Nørreport |
Das Tor, Nørreport wurde aus Ziegel gebaut und hatte gotische Spitzbögen. An dem Tor war eine Eisenhand befestigt, die jetzt am alten Rathaus zu sehen ist. Die Eisenhand war ein Symbol für die Rechtschaffenheit der Stadt. Das Tor wurde entfernt, als es nicht länger gebraucht wurde und weil ein Wagenvoll Heu nicht mehr durchpasste, da die Straße von Jahrhunderterlange Ablagerung von Abfall und Sand höher geworden war. Die schwarzen Steine im Straßenbelag auf beiden Seiten der Straße, zeigt heute wo das Tor stand.
Hier musste auch Zoll bezahlt werden, also haben viele der örtlichen Schmuggler den Weg durch den Gasthof genommen(jetzt liegt hier Postgaarden), wo man nur einen Punsch kaufen musste um durchzukommen.
Das Stadttor, das hier lag, wurde ca. 1280 errichtet und markierte die Grenze zwischen dem ältesten Stadtteil am einen Flussufer und dem neuen um den Dom herum.
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Die Straβe heiβt Overdammen, Mellemdammen und Nederdammen. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Damm über die Ribe Å gebaut. Der Damm teilt - auch hute - den Strom des Flusses in 3 schmale, tosende Wasserläufe mit starkem Gefälle. Die Wasserkraft sollte die Wassermühlen des Königs und später auch die der Bürger antreiben. Heute ist nur noch ein einziges Wasserrad am Ende von Nederdammen an der Sct. Nicolaigade erhalten. Die Mühle heißt Ydermøllen und stammt aus dem Jahre 1526, als König Frederik der 1. dem Bürger Christen Nielsen Kræmer die Erlaubnis gab, eine Mühle vor dem Tor Nørreport in Ribe, zu errichten. Als Gegenleistung wurde dem König 50 Gülden erlassen, die er sich von Christen Nielsen Kræmer geliehen hatte. Die Mühle hat bis etwa 1960 noch Mehl gemahlen.
Gehen Sie über diesen Wasserlauf, stehen Sie auf der Nordseite des Flusses. Sie verlassen jetzt „Ribes Mittelalter” und gehen in ”Ribes Wikingerzeit” hinüber. Sehen Sie der Sct. Nicolaigade hoch und bemerken Sie den Hügel, auf der die Straße liegt. Dieser Hügel besteht aus Kulturschichten aus der Wikingerzeit. Hier lag der Marktplatz der Wikinger und Dänemarks erste Stadt, das Ribe der Wikinger – aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Geführte Wanderungen in Ribe:
In den Sommermonaten können Sie jeden Abend Ribes Nachtwächter auf seiner Runde durch Ribe begleiten. Kostenlos.
Museet Ribes Vikinger - Museum für Wikingerzeit und Mittelalter. Geführte Wanderungen für Touristen in den Sommermonaten und das ganze Jahr für Gruppen. Gruppen können eine Führung durch das Museum oder durch die Stadt buchen und können gezielt von Ribes Wikingerzeit oder Ribes Mittelalter hören. Vielleicht entscheiden Sie sich für einen Ghostwalk, wo Ihnen von den dramatischen Ereignissen, wie z.B. Königsmord und Hexenverbrennungen erzählt wird.
Ribe Turistbureau veranstaltet geführte Stadtwanderungen. In den Sommermonaten für Touristen und das ganze Jahr für Gruppen. Es gibt mehrere Themen für die Stadtwanderungen.
© DANHOSTEL RIBE Jugendherberge und Familienherberge. Der Rundgang kann mit Link zu Danhostel Ribe oder unter Nennung des Besuches in der Jugendherberge Danhostel Ribe von unseren Gästen zu privaten Zwecken verwendet werden. Andere Verwendungen erfordern eine Genehmigung.



































